Halbmast


into the wild
März 5, 2008, 11:18 am
Filed under: Bewegte Bilder

Into the wild
© Paramount Vantage

Titel: Into the Wild (USA 2007, 148min)
Darsteller: Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt, Catherine Keener, Vince Vaughn, Hal Holbrook
Musik: Michael Brook, Kaki King, Eddie Vedder
Drehbuch: Sean Penn
Regie: Sean Penn
Nach einem Buch von: Jon Krakauer

Als ich im Herbst in Seattle in diesen Film ging, war der ausschlaggebende Grund, dass die Musik von meinem Pearl Jam Gott Eddie Vedder ist. Ich hatte schon vom Film gehört, auch dass er auf einer wahren Geschichte basiert.

Christopher McCandless ist hochintelligent und hat gerade sein Studium abgeschlossen, als er seine sämtlichen Ersparnisse in der Höhe von $24’000 einer gemeinnützigen Institution spendet und sich von Eltern und „Gesellschaft“ abwendet um „in die Wildnis“, Alaska, zu trampen. Zuerst kurz mit seinem Auto, danach per Anhalter, als blinder Zugpassagier oder Kanu reist er quer durch die USA. Unterwegs lernt er Leute kennen, die auf Ihre Art am Rande des Gesellschaft leben. Darunter sind Vince Vaughn als nicht ganz gesetzestreuer Farmer Wayne, bei dem sich Alex (selbstironisch nennt sich Chris auf seiner Reise „Alexander Supertramp“) ein paar Dollar verdient, die Hippies Jan und Rainey oder der Pensionär Ron (Hal Holbrook, nominiert für einen Oscar) der Alex adoptieren möchte. Nach zwei Jahren macht sich Alex auf den Weg nach Fairbanks um mit 5 Kilo Reis, einem Kleinkalibergewehr und 2 Büchern über essbare Pflanzen in der Wildnis zu leben. Wie die Geschichte ausgeht kann jeder selbst nachlesen. Als Alex endlich den Sinn seiner Reise gefunden hat, ist ihm ein Rückkehr in die Zivilisation unmöglich. Wieso er diese ganze Reise macht ist wohl zu einem grossen Teil in seinem Elternhaus zu suchen. Die Eltern wahren nach aussen den Schein einer gutbürgerlichen Familie, hinter den Kulissen ist aber nichts so wie es scheint. Wichtig ist nicht was man ist, sondern was man hat. Alex, der sich viel mit den Grossen der Weltliteratur auseinandersetzt hinterfragt immer mehr die Gesellschaft und das Verhalten seiner Eltern, das er und seine Schwester hautnah mitbekommen.

Wie gesagt, ich bin in erste Linie wegen der Musik und wegen den zu erwartenden schönen Landschaftsbildern in diesen Film gegangen. Beides enttäuscht einem nicht. Die Musik ist gewaltig und zusammen mit den Bildern ergibt sich ein Gesamtbild dass ich so noch nie gesehen habe. Der letzte Film, bei dem mich Musik und Bilder so in Ihren Bann gezogen haben war „L.A. Crash“, der spätere Oscar-Gewinner. Emile Hirsch, der Chris/Alex spielt habe ich das erste mal in „Alphadog“ bewusst wahrgenommen. Hier spielt er seine Rolle mit allem was er hat und verlangt seinem Körper alles ab. Durch seinen jugendlichen, unbeschwerten Charme und sein spitzbübisches Aussehen zieht er alle in den Bann. Bei seiner ganzen Planung und durchführung kommt aber doch seine Naivität zum Vorschein, mit solch spärlicher Ausrüstung in der Wildnis überleben zu wollen. Und diese ist es schliesslich auch, die ihm zum Verhängnis wird.

 Bei mir funktionert der Film sehr gut. Selbst ständig in einer Selbstfindungsphase und den Gedanken im Hinterkopf zu rebellieren, nur um es dann doch nicht zu machen, weil das Bett ja so bequem und der Job und das Geld das man bekommt eigentlich doch recht angenehm ist.

 Ein Tipp für alle Leute, die nicht nur auf Brachialhumor oder Blockbusteraction stehen.

„Happiness is only real when shared“ – Cristopher McCandless 1968 – 1992

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